Mittwoch, 27. März 2019, 15:30–17:15 Uhr, ZHG, Hörsaal 009

Nachwuchsforum

„…kleine Dinge für wichtig zu halten…“ – Science-Slam

Moderation: Amelie Baader / Ines Barchewicz / Alexander Leinemann / Colin Reiss / Steven Reiss / Benjamin Sander / Verena Suchy / Klara Wagner (alle Göttingen)

Beiträge:

  • Sebastian Bank, Bonn
    Kanonen en miniature – Geschenke im Kontext von Unternehmenspolitik und Alltag am Beispiel Krupp
  • Helen Bremm, Stockholm
    Materialität und materielle Geschichte – über das Verhältnis von Dingen und Geschichten
  • Alina Hofmann, Bonn
    Geklebte Nasen, voyeuristische Blicke und syphilitische Flecken. Der Körper bei William Hogarth
  • Thomas Moser, München
    Release the Kraken!
  • Alexandra Panzert, Hannover
    Funktional? Sachlich? Zeitlos schön? Das Narrativ des modernen Designs
  • Shubhangi Prolingheuer, Münster
    Die „Breite Treppe“ in der Münchner Residenz
  • Frederike Schmäschke, Stuttgart
    Die kleinen Alleskönner
  • Freya Schwachenwald, New Haven/Heidelberg
    Ein steiniger Weg: Der Platz der Dinge und der Nicht-Dinge in der Kunstgeschichte
  • Johanna Strunge, Göttingen
    Zur Repräsentanz und Nicht-Repräsentanz des Kolonialen – eine Dinganalyse

Das Nachwuchsforum veranstaltet zum Auftakt am Mittwochnachmittag einen Science-Slam. Neun junge Wissenschaftler/-innen stellen ihre Forschungen in jeweils fünf Minuten dem Publikum vor: In kreativer und unterhaltsamer Weise sollen komplexe kunsthistorische Zusammenhänge verständlich präsentiert werden. Frei nach Georg Christoph Lichtenbergs Diktum „Die Neigung der Menschen, kleine Dinge für wichtig zu halten, hat sehr viel Großes hervorgebracht“ (Sudelbücher Heft G, 234) soll das Kongressmotto „Zu den Dingen!“ aufgegriffen werden: Ausgehend von einem kleinen Ding bzw. Detail innerhalb eines untersuchten Objektes – das nach Möglichkeit gerne auch mitgebracht werden darf – werden Forschungsprojekte knapp und anschaulich vorgestellt.

Bitte beachten Sie, dass für alle Foren Eintrittskarten erworben werden müssen.

Das Nachwuchsforum und alle Interessierten treffen sich zu einer offenen Diskussionsrunde am Freitag, 29. März, 11:00 – 12:30 Uhr, ZHG Hörsaal 004.

Feedback-Runde
Der Stand der Dinge, oder „Dinge für wichtig halten“ – aber wie?

Fragen nach dem Dingcharakter von Kunstwerken, nach ihrer materiellen Erscheinungsform, nach ihrer konstituierenden Rolle in individuellen, zwischenmenschlichen oder sozialen Handlungszusammenhängen beherrschen derzeit insbesondere die junge Kunstgeschichte. Abseits althergebrachter ideell-ikonographisch geprägter Denksysteme drängen gerade Nachwuchswissenschaftler/-innen darauf, Kunstwerke als Dinge ernst zu nehmen. Dies spiegelt sich in der Ausrichtung zahlreicher Abschlussarbeiten und Forschungsprojekte wider, wie sie beispielsweise auch im ersten Teil des Nachwuchsforums vorgestellt wurden.
Doch wird dieser Renaissance der Dinge in der akademischen Ausbildung Rechnung getragen? Welche Möglichkeiten haben Nachwuchswissenschaftler/-innen in ihrer universitären Ausbildung, mit Dingen konkret in Berührung zu kommen? Was kann die universitäre Kunstgeschichte, was können Museen und Institutionen der Denkmalpflege tun, um Studierenden und Absolvent/-innen einen fundierten theoretischen wie methodisch-praktischen Zugang zu Fragen von Dinglichkeit und Materialität zu vermitteln?
Diesen und weiteren Fragen möchte sich das Nachwuchsforum nähern und lädt nicht nur Nachwuchwissenschaftler/-innen zur Diskussionsrunde ein, sich über ihre Objekterfahrungen auszutauschen, sich untereinander zu vernetzen und konkrete Wünsche und Bedürfnisse zu artikulieren, wie der „Stand der Dinge“ in der kunsthistorischen Ausbildung verbessert werden kann.