Freitag, 29. März 2019, 13:30–17:00 Uhr, ZHG, Hörsaal 009

Forum Freiberufler und Selbständige

Leitung: Annegret Fischer, Murnau

Freiberuflichkeit ist ein Status, der in allen Berufsgruppen vertreten ist. Zusätzlich zu temporär oder unbefristet Angestellten finden sich in allen traditionellen Berufsfeldern der Kunstgeschichte immer auch freiberuflich arbeitende Kunsthistoriker/-innen. Zudem entwickeln sich Freiberufler auch mit eigenen Ideen weiter – auch hinein in eigene Gründungen oder Unternehmen. Die Revolutionen in Technologie und Arbeitswelt bieten Querdenkern oder Innovativen hierfür beste Möglichkeiten. Für manche ist Freiberuflichkeit eine große Chance. Für viele aber ist es ein Risiko, verknüpft mit der Vorstellung von mangelndem Erfolg. Das Spektrum zwischen Unsicherheit und Beflügelung ist breit und stellt wohl jede/-n Kunsthistoriker/-in vor eine existenzielle Herausforderung im Lauf der eigenen Erwerbsbiografie.
Der Verband Deutscher Kunsthistoriker tritt seit vielen Jahren für die Belange der Freiberufler ein. Zu den etablierten Angeboten für freiberuflich tätige Mitglieder zählen kostenlose individuelle Beratungen durch einen professionellen Coach, eine Berufshaftpflicht-­ und Vermögensschadenversicherung zu günstigen Konditionen sowie das Gründerseminar, das Grundlagen für freiberuflich und selbständig Tätige vermittelt und besonders auf die Bedingungen im Kulturbereich (Cultural Entrepreneurship) eingeht. Auf politischer Ebene erarbeitet der Verband beispielsweise als Mitglied des Deutschen Kulturrats, dem Spitzenverband der Bundeskulturverbände, zusammen mit anderen Verbänden und Institutionen Empfehlungen und Stellungnahmen zur Verbesserung der Lebenswirklichkeit von Kulturschaffenden, die auch das Ziel haben, die kulturpolitische Diskussion zu befördern.
Karriere setzt beim Einzelnen neben der Fachkompetenz Kommunikations- und Sozialkompetenzen voraus. Im Jargon der Freiberufler heißt das „Netzwerken“. Was aber ist das genau? Warum ist diese Fähigkeit dem einen scheinbar in die Wiege gelegt, während gerade Historiker dieses Image nicht unbedingt erfüllen? Gibt es überhaupt den Netzwerker schlechthin? Oder macht gerade die „diversitiy“ einer „community“ den Erfolg möglichst aller und auch des einzelnen aus? Welches sind tragfähige Netzwerke in der Welt des Geisteswissenschaftlers? Wie funktionieren sie?
Auf dem kommenden Kunsthistorikertag sind Mitglieder und Gäste gleichermaßen eingeladen, sich neben den Dauerthemen der Honorierung oder Sozialversicherung entsprechende Fragen zu stellen und somit gemeinschaftlich an einer Weiterentwicklung sowohl der internen als auch externen Vernetzung mitzuwirken. Jeder Beitrag ist willkommen. Wir freuen uns, wenn Sie diesen vorab bis spätestens 25. Februar 2019 bei der Forumsleitung unter der E-Mail-Adresse freieberufe@kunsthistorikertag.de einreichen.

Kurzbiografie Annegret Fischer
1984–1992Studium der Kunstgeschichte, Neueren und Neuesten Geschichte, Soziologie in München und Köln (Magisterarbeit: Zur Kunstförderung durch Industrie und Wirtschaft), Werkstudentin Presse und Öffentlichkeitsarbeit Bayr. Vereinsbank, Siemens Kulturprogramm
1993–2010Familienarbeit und begleitende Berufstätigkeit in einer Galerie und Unternehmensberatung, Kunstvermittlerin in der Metropolregion München
seit 2011Selbständigkeit als Kunstreferentin für Stiftungen
Kunstvermittlerin für Seniorinnen und Senioren, Altenpflegeausbildung und Weiterbildung zur Kulturgeragogin