Mittwoch, 27. März 2019, 15:30–17:15 Uhr, ZHG, Hörsaal 105

Arbeitskreis Kunstgeschichte und Bildung

Zu den Dingen: An Objekten lehren und lernen

Leitung: Martina Sitt, Kassel / Barbara Welzel, Dortmund

Beiträge:

  • Pia Razenberger, Wien
    Sich mit fremden Federn schmücken. Federarbeiten als Ausgangspunkte für kritisches Denken

  • Anne Bantelmann-Betz, Wiesbaden / Nikolas Werner Jacobs, München
    Historismus – noch Fragen? Zwei Wiesbadener Initiativen „zu den Dingen“ einer nur scheinbar „ausgeforschten“ Epoche

Der Arbeitskreis Kunstgeschichte und Bildung im Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V. fragt nach dem Beitrag und der Verantwortung der Kunstgeschichte in Bildungsprozessen. Es geht dabei auch um Wissenschaftskommunikation in Bildungskontexte hinein. Das betrifft die Arbeitsfelder der Lehrer/-innenbildung und der Schule ebenso wie der Museumspädagogik oder der noch immer nicht wirklich institutionell verankerten Denkmalpädagogik sowie die Diskussionen im Rahmen von „sharing heritage“. So stellen die kulturell, religiös und sozial heterogenen Gruppen, wie sie beispielsweise an Schulen längst gesellschaftlicher Alltag sind, eine Herausforderung für das Fach dar, auf die befriedigende Antworten erst allmählich gefunden werden.
Im Kontext des Göttinger Kunsthistorikertages soll konkret nach den Möglichkeiten der Vermittlung von Objekten gefragt werden: Welche Potentiale besitzen konkrete Objekte in ihrer Materialität für Vermittlungskonzepte? Welche Kompetenzen werden benötigt, um sie zum „Sprechen“ zu bringen? Welche Methoden, welche Vermittlungswege und -konzepte eröffnen Zugänge zu den Erkenntnispotentialen von Objekten?
Der Arbeitskreis versteht sich als Diskussionsforum, das aber zugleich auch Raum für die übergreifenden Fragen eröffnet. Zwei Projektvorstellungen sollen die Debatte anregen.

Kurzbiografie Martina Sitt
1982–1990Studium der Kunstgeschichte, Geschichte, Komparatistik, Philosophie und Wirtschaftswissenschaft in Bonn, Wien und Freiburg; Promotion in Freiburg (Arbeit über die Kriterien der Kunstkritik und Ästhetik Jacob Burckhardts)
1992–1999Leiterin der Gemäldegalerie im Kunstmuseum (heute Kunstpalast) Düsseldorf
2000–2010Leiterin der Galerie Alter Meister der Hamburger Kunsthalle
2001Habilitation; kontinuierliche Lehrtätigkeiten u. a. an den Universitäten Düsseldorf, Hamburg, Lüneburg, Budapest, Rom, Smith College Northampton (Mass) und Wien
seit 2010Professorin für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte an der Universität Kassel
seit 2012Website-Projekt zu Geschichte der Kasseler Kunstakademie und des Collegium Carolinum [LAGIS]
2013–2017Mitglied im Leitungsgremium der Forschungsförderung im Rahmen eines LOEWE-Schwerpunkts in Hessen (LandesOffensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz), Universität Kassel: „Mensch-Tier-Gesellschaft“
2014–2017Forschungsaufenthalt in der Casa di Goethe in Rom (Stipendium), Forschungen an der Bibliotheca Hertziana zu J. H. W. Tischbein in Rom; Projektpräsentation zur Erforschung von Malerinnen in Kassel
seit 2015Mitglied im Fachbeirat der Zentralen Stelle für Provenienzforschung Hessen; Mentorentätigkeit im Minerva-Femmenet der Max Planck Gesellschaft
2018 Mitglied der Historischen Kommission Hessen
Forschungs- bzw. Arbeitsschwerpunkte Niederländische Malerei des 17. Jh.s; deutsche Malerei des 18.und 19. Jh.s; Wissenschaftsgeschichte
Publikationsauswahl
  • (Hg. und Autorin) Kunsthistoriker in eigener Sache. Zehn autobiographische Skizzen, Berlin 1990.
  • Duell an der Wand. Carl Friedrich Lessing – Die Hussiten-Gemälde, Düsseldorf 2000.
  • (Hg. mit Pieter Biesboer) Jacob van Ruisdael oder Die Revolution der Landschaft, Ausstellungskat. Hamburg, Zwolle 2002; darin: Belichtung der Natur. Zu einer komplementären Deutung der Landschaftsmalerei Jacob van Ruisdaels, S. 37–48.
  • Glanzstücke eines Meisters, der nicht Francke hieß. Beobachtungen zur Malerei des Thomas-Altars, Hamburg 2014.
  • „Geeignet, junge Künstler zu belehren“ – Die Anfänge der Kasseler Kunstakademie 1777–1830, Hamburg 2017.
Kurzbiografie Barbara Welzel
1979–1989Studium der Kunstgeschichte, Musikwissenschaft und Philosophie in Bochum und Berlin; Promotion an der Freien Universität Berlin („Abendmahlsaltäre vor der Reformation“)
1991–1998Wiss. Assistentin am Kunsthistorischen Institut der Philipps-Universität Marburg
1997Habilitation an der Universität Marburg
seit 2001Professorin für Kunstgeschichte an der Technischen Universität Dortmund
2009–2017 Mitglied im Vorstand des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker e.V.
seit 2011Prorektorin Diversitätsmanagement an der Technischen Universität Dortmund zahlreiche Initiativen und Projekte zu Bildungsgerechtigkeit Vorstandsmitglied im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen
seit 2016Co-Sprecherin von DoProfiL (Dortmunder Profil für inklusionsorientierte Lehrer/-innenbildung), im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung eigenes Projekt zu „Kulturelles Erbe interkulturell“
Forschungs- bzw. Arbeitsschwerpunkte Kultur und Kulturtransfer im Hanseraum; Stadtkultur vom Mittelalter bis in die Gegenwart; Kunstgeschichte und Bildung; kulturelles Erbe interkulturell
Publikationsauswahl
  • (Hg. mit Thomas Schilp) Dortmund und die Hanse. Fernhandel und Kulturtransfer, Bielefeld 2012.
  • (Hg. mit Jens Lieven und Michael Schlagheck) Netzwerke der Memoria, Essen 2013; darin: „Die Gemeinschaft der Lebenden und Verstorbenen“. Hermen Rodes Bilder für das Lübecker Maleramt als Beglaubigung von Memoria, S. 173–190.
  • (Hg. mit Pablo Schneider) Martin Warnke: Zeitgenossenschaft. Zum Auschwitz-Prozess 1964, Zürich/Berlin 2014.
  • (Hg. mit Wolfgang Sonne) St. Reinoldi in Dortmund: Forschen – Lehren – Partizipieren, Oberhausen 2016.
  • „Die Hauptschwierigkeit war natürlich Gott“. Passionsbilder als Objekte einer zeitgemäßen Bildvermittlung?, in: Klaus Krüger und Karin Kranhold (Hgg.), Bildung durch Bilder, Bielefeld 2018, S. 95–114.