Historische Sternwarte Göttingen

Leitung: Axel Wittmann, Göttingen

Treffpunkt: vor der Historischen Sternwarte (Geismar Landstr. 11)

Universitätssternwarte

Foto: Stadt Göttingen / Christoph Mischke

Da man Astronomie nicht ohne eine Sternwarte betreiben kann, errichtete die Universität im Jahre 1751 ein astronomisches „Observatorium“ auf einem Turm der südlichen Stadtmauer. Diese erste Sternwarte wurde mit der Zeit baufällig, so dass in den Jahren 1803 bis 1816 die „Neue Sternwarte“ nach Plänen des Universitätsbaumeisters Georg Heinrich Borheck erbaut wurde. Borheck ließ in die Planung des Gebäudes die höchsten wissenschaftlichen Maßstäbe einfließen und berücksichtigte die erschütterungsfreie Aufstellung von Instrumenten. Als erster Direktor der neuen Sternwarte wurde Carl Friedrich Gauß (1777–1855) berufen. Zur instrumentellen Ausstattung gehörten unter anderem ein Mauerquadrant von Bird, Teleskope von Herschel und von Fraunhofer, sowie zwei Meridian­kreise. Unter Gauß entwickelte sich die Göttinger Sternwarte zu „einer der ersten in Europa“.
1901 erfolgte die Berufung von Karl Schwarzschild (1873–1916) als deren Direktor. Er begründete hier durch fundamentale Arbeiten die Sonnenphysik. Unter den nachfolgenden Professoren widmete sich die Sternwarte vorwiegend der astrophysikalischen Forschung, also der Erforschung der physikalischen Eigenschaften der Sonne, der Sterne und der Galaxien.
Im Sommer 2005 endete die rund 190-jährige Geschichte der Astronomie in der „Universitäts-Sternwarte“ (die fortan „die Historische“ hieß), als die Astronomen in ein großzügig ausgestattetes und modernes „Institut für Astrophysik“ umziehen konnten. Das Gebäude wurde anschließend umfassend saniert und nach alten Plänen zurückgebaut. Ebenso wurden die historischen Wanddekorationen restauriert.

EXKURSION 9
(vorherige Anmeldung erforderlich, beschränkte Teilnehmerzahl)