Göttingen

Kunstgeschichte in Göttingen

Kunstgeschichtliches Seminar

Kunstgeschichtliches Seminar

In Göttingen wird die Kunstgeschichte in ihrer ganzen historischen und the­ma­ti­schen Breite gelehrt und qualifiziert für eine Vielzahl von Berufen in Museum, Denkmalpflege, Kunsthandel und anderen Institutionen. Besondere Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen auf der Kunstgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit in Italien, den Bild­künsten des 19. Jahr­hun­derts und der Moderne, auf historischen Bild- und Kunsttheorien, transkul­turellen Verflechtungen und dem neuzeitlichen Künstler­wissen. Ein Schwerpunkt in der Lehre ist zudem die Digitale Kunst­geschichte.

Eine Besonderheit des Göttinger Instituts ist die kuratorische Ausbildung in der Kunstsammlung, die von der Lehre an den Objekten bis zur Erarbeitung eigener Ausstellungen reicht. Zum Studien­angebot gehören regelmäßige Exkursionen ins In- und Ausland sowie Auslands­aufenthalte an europäischen Partner­universitäten. In Göttingen ist das Kunstgeschicht­liche Seminar Mitglied interdisziplinärer Zentren, Studiengänge und Forschungs­verbände. Eine enge Zusammen arbeit besteht überdies mit den archäologischen, historischen und kultur­wissen­schaftlichen Fächern an der Göttinger Universität.

Text: Universität Göttingen

Kunstsammlung der Universität Göttingen

Kunstsammlung

Die Geschichte der Kunstsammlung der Universität Göttingen reicht bis in die Gründungsjahre der Georgia Augusta zurück. Die Sammlung gehört somit zu den ältesten kulturellen Ein­richtungen in Göttingen.

Ihr Grundbestand ging aus zwei bedeutenden Stiftungen hervor: 1736 entschloss sich der Frankfurter Patrizier Johann Friedrich Armand von Uffenbach (1687-1769), seinen umfangreichen Besitz an Druckgrafiken und Zeichnungen der Universität nach seinem Tod zu überlassen. Die zweite prägende Stiftung bestand aus rund 300 Gemälden und ist Johann Wilhelm Zschorn (1714-1795) zu verdanken. So entstand gegen Ende des 18. Jahrhunderts die älteste universitäre Kunstsammlung Deutschlands.

Als erster Kurator der Kunstsammlung und erster Kunsthistoriker an der Universität verstand Johann Dominik Fiorillo (1748-1821) den Kunstbesitz als Anschauungsmaterial im kunstgeschichtlichen Unterricht. Im Laufe der Jahre wurde die Sammlung durch weitere kleinere Stiftungen sowie durch vereinzelte Dauerleihgaben und Ankäufe bereichert, auch Skulpturen und Werke internationaler Videokünstler sowie Fotografien erweiterten das Repertoire. Dank großzügiger Unterstützung durch den Universitätsbund Göttingen, die Klosterkammer Hannover und weitere Spender und Sponsoren kann die Sammlung auch heute noch erweitert werden. Insbesondere durch den wertvollen Bestand an originalen Zeichnungen ist die Kunstsammlung in der Fachwelt hoch angesehen und Gesuche um Leihgaben erreichen sie aus dem In- und Ausland.

Nach wechselnden Standorten befindet sich die Sammlung seit 1987 im Auditorium – ein idealer Ort, um neben der Dauerpräsentation auch Sonderausstellungen zu veranstalten. Ein wesentlicher Aspekt ist die Einbeziehung aller Sammlungsbereiche in die Lehre. Die Studierenden der Kunstgeschichte haben dort die Möglichkeit, direkt am Objekt zu arbeiten und selbst konzipierte Ausstellungen zu realisieren.

Text: Universität Göttingen

Akademische Sammlungen der Universität Göttingen

Die Universität Göttingen verfügt über einen der bedeutendsten Be­stän­de aka­de­mischer Sammlungen in Deutschland. An ihren 30, über den Göttinger Campus verteilten Standorten bilden die über 70 Teil­samm­lungen die Fächer­vielfalt der Georgia Augusta ab. Ihr Spektrum reicht von der Forschungssammlung lebender Algenkulturen über die Lehrsammlung des Seminars für Ur- und Frühge­schichte bis zur Schau­sammlung der Zoologie. Hinzu kommen Sonder­samm­lungen der Staats- und Universitäts­bibliothek und des Universitätsarchivs.

Die Objekte unserer Sammlungen sind zentraler Bestandteil aktueller wissen­schaftlicher Erkenntnis­produktion und bergen ein reich­haltiges Potenzial für zukünftige Forschungs­fragen und -methoden. Als materielle Wissensspeicher werden sie in der Lehre zu Anschau­ungs­zwecken eingesetzt. Als Zeugnis der Wissens- und Wissenschafts­ge­schichte sind sie historisch von großem Interesse und verkörpern das Selbst­verständnis unserer in der Epoche der Aufklärung gegründeten Universität.

Die Wurzeln vieler der Sammlungen reichen zurück in das „Königlich Academische Museum“. Bereits in Georg Christoph Lichtenbergs Tasch­kalender war 1779 zu le­sen, dass die Georgia Augusta als „erste Universität in Deutschland, vielleicht in Europa, […] mit einem eigentlich akademischen Museum versehen worden“ sei.

Text: Universität Göttingen

Publikationen der Göttinger Sammlungen

Sammlungsführer Verschaffen Sie sich im Sammlungsführer einen Überblick über „Die Sammlungen, Museen und Gärten der Universität Göttingen“ und nehmen Sie das Buch mit auf Ihre Erkundungen.
Ausstellungskatalog Wegweisend für die Arbeit der Zentralen Kustodie ist die Ausstellung Dinge des Wissens. Die Sammlungen, Museen und Gärten der Universität Göttingen anlässlich des 275. Jubiläums der Georgia-Augusta 2012 gewesen.
Ausstellungskatalog im Wallstein Verlag, Göttingen 2012.
Wissenschaftsmagazin Georgia Augusta Erfahren Sie mehr über Geschichte, Gegenwart und Zukunftsperspektiven der Göttinger Universitätssammlungen im Heft „Sammlungen – Erkenntnis, Wissen, Innovation“ des Wissenschaftsmagazin Georgia Augusta (Ausgabe 8, März 2012).
Die Göttinger Altstadt – Fachwerk­schätze aus mehreren Jahrhunderten

Das unverwechselbare Bild der Göttinger Altstadt ist geprägt durch Fachwerkhäuser unterschiedlicher Stilepochen. Hinter den Fassaden verbergen sich die interessanten Geschichten ihrer Erbauer und Bewohner. Zahlreiche dieser Schmuckstücke beher­bergen heute schöne Geschäfte und Restaurants, in denen man hervorragend essen kann.

Seine Entdeckungstour durch die Innenstadt startet man am besten am Alten Rathaus, vor dem sich auf einem Brunnen ste­hend das berühmte Gänseliesel befindet. Einer alten Tradition folgend, besiegeln die Doktoranden der ehrwürdigen Georg-August-Universität nach erfolgreichem Abschluss ihre Promotion mit einem Kuss des Göttinger Wahr­zeichens. An einigen Tagen stehen bis zu 60 frisch gebackene Doktoren Schlange um mit Familie und Freunden das Ritual feierlich zu begehen. Aus diesem Grund ist das Gänseliesel wohl das „meistgeküsste Mädchen der Welt“.

Marktplatz

Marktplatz

Am Marktplatz schräg gegenüber vom Alten Rathaus befindet sich die ehemalige Rats-Apotheke, die im 15. Jahrhundert erbaut wurde und reich mit Ornamenten verziert ist. Die bereits im Jahr 1322 gegründete Pharmazie befindet sich seit 1557 an diesem Platz. Gleich nebenan steht in der Barfüßer Str. das ebenfalls sehenswerte Haus des späteren Ratsherren Abel Bornemann. Es handelt sich hier um einen Frührenaissance-Fachwerkbau mit gotischen Elementen und einer reich verzierten Utlucht (Erker).

Die Paulinerstraße gibt den Blick frei auf ein Ensemble von Fachwerkhäusern, die zwischen dem 15. und dem 18.Jahrhundert erbaut wurden. Unter den in den 70er Jahren sanierten Gebäuden befindet sich auch das älteste mit einer Inschrift datierte Wohnhaus der Stadt aus dem Jahr 1495. Das Schrödersche Haus in der Weender Straße, heute die Hauptachse der Fußgänger­zone, verrät dank der üppigen Schnitzereien den Beruf seines Erbauers. Das Renaissance-Fach­werk­haus wurde 1546 von einem wohl­habenden Tuchmacher errichtet.

Zwei außergewöhnlich schöne Fachwerkhäuser können heute als Restaurants erlebt werden. Die Junkern­schänke wurde 1446 als gotisches Fachwerkhaus errichtet und im 16.Jahr­hundert im Stil der Renaissance umgebaut. Reich an Verzierungen zeigen die Schnitzereien des Hauses Motive aus der Bibel und Darstellungen der ehemaligen Besitzer.

Text: Göttingen Tourismus e. V. / Keno Hennecke

Wissen, was reizvoll ist

Aus dem 13. Jahrhundert stammt das älteste im Kern erhaltene Haus Göttingens, das Sie in der Roten Straße sehen können. Das Schrödersche Haus, die Junkernschänke und das Haus des Abel Bornemann sind prächtige Beispiele für die Fachwerkbauweise des 16. Jahrhunderts.

Als ein Meisterwerk der Gotik wiederum gilt die Jacobikirche. Ihr kostbarster Schatz ist der 1402 von einem unbekannten Meister geschaffene Doppelflügelaltar.

Karzer

Karzer

Die Gründung der Universität 1734 gab der Entwicklung Göttingens einen neuen Anstoß. Seitdem wurde in der Stadt wieder Bemerkenswertes gebaut. Ein besonderes Schmuckstück ist das Accouchierhaus (1785-1791), einst die erste Frauenklinik Deutschlands, heute Musikwissenschaftliches Seminar, mit seinem weithin gerühmten barocken Treppenhaus.

Etwas jünger ist die klassizistische Aula am Wilhelmsplatz, noch immer das Hauptgebäude der Georg-August-Universität. Dort befindet sich auch der ehemalige Karzer, das Gefängnis für missliebige Studenten.

Heute sind es Forscher wie die Nobelpreisträger Manfred Eigen und Erwin Neher, die die Grenzen unseres Wissens weiter hinausschieben. Wussten Sie, dass in Göttingen in den letzten hundert Jahren über vierzig weitere Nobelpreisträger gelebt und gearbeitet haben? Unter ihnen Adolf Windaus, der Entdecker des Vitamins D, der Atomphysiker Otto Hahn oder Max Born, einer der Begründer der Quantentheorie. An vielen Häusern der Stadt sind Gedenktafeln angebracht, die an berühmte frühere Bewohnerinnen und Bewohner erinnern.

Göttingen war bis 1933 geradezu Welthauptstadt der Mathematik. David Hilbert und Hermann Minkowski legten hier die mathematischen Grundlagen für Einsteins Relativitätstheorie.

Sternwarte

Sternwarte

Nicht nur Mathematiker sondern auch Astronom und mit Sicherheit einer der größten unter Göttingens Gelehrten war Carl Friedrich Gauß. Die von ihm gegründete Sternwarte steht heute noch in der Geismar Landstraße.

Unweit davon, in der Hospitalstraße, finden Sie das Denkmal Friedrich Wöhlers, der erstmals 1827 das Aluminium rein dargestellt hat. Vor ihm in das Pflaster ist die Formel für Harnstoff eingelassen, mit dessen synthetischer Herstellung Wöhler ein Jahr später die moderne Chemie entscheidend vorbereitete.

Heute stehen das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, die Max-Planck-Institute für biophysikalische Chemie, experimentelle Medizin, Geschichte sowie Dynamik und Selbstorganisation in der vordersten Reihe der Wissenschaft. Zahlreiche Unternehmen der Mess-, Wäge-, Laser- und Filtrationstechnik setzen die neuesten Erkenntnisse in High-Tech-Produkte um.

Und dann ist da die große Alma Mater, die Georg-August-Universität, die zur Zeit etwa 25 000 Studierende ausbildet. Der Neubau der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek steht mit seiner anspruchsvollen Architektur und 5,6 Millionen Bänden allen Wissbegierigen offen.

Text: Göttingen Tourismus e. V.

Bummeln, stöbern und genießen – Einkaufs­vergnügen vor historischer Kulisse

Die Göttinger Altstadt vereinigt auf reizvolle Weise die Erinnerungen an die mittel­alterliche Kaufmanns­stadt und das Flair einer modernen Universitäts­stadt. Das beste Beispiel ist das Alte Rathaus, das in Göttingens erster Blütezeit im 13. bis 15. Jahrhundert errichtet und mehrfach umgebaut wurde. Damals diente es gleichzeitig als Rathaus wie als Gildehaus der Kaufleute. Im Erdgeschoss wurde vor allem mit dem bis nach Flandern und Russland vertriebenen Göttinger Tuch gehandelt. Die heutige, sehr sehenswerte Ausgestaltung der Rathaus­halle entstand im späten 19. Jahrhundert.

Gänseliesel

Gänseliesel

Auf dem Marktplatz vor dem Alten Rathaus hat das Gänseliesel, Göttingens Wahrzeichen, das bunte Treiben fest im Blick. Nicht nur die Göttinger, auch viele Menschen aus dem Umland kommen tagtäglich in die Göttinger City, um hier einzukaufen oder sich in einem der zahlreichen Straßenlokale und -cafés zu stärken. Die vielfältigen Einkaufs­möglichkeiten der Innenstadt laden dazu ein, die ausge­dehnte Fußgängerzone in Ruhe zu erkunden. Wer das Besondere sucht, findet es in vielen kleinen Geschäften in den Seitenstraßen. Etwas abseits vom Trubel lassen Trend-Boutiquen, Wohnambiente- und Schmuck­designer-Läden, Antiquariate und Buch­handlungen keine Wünsche offen.

Wer gern über Märkte bummelt, wird auch in Göttingen fündig. Der bunte Wochenmarkt bietet dienstags, donnerstags und samstags eine große Auswahl an regionalen Produkten. Mit frischen Blumen kann man sich dienstags bis samstags auf dem Blumenmarkt vor dem Alten Rathaus eindecken. Für Sammler, Neugierige und Sachensucher lohnt sich der Besuch eines der zahlreichen Flohmärkte im Stadtgebiet an den Wochenenden.

Text: Göttingen Tourismus e. V. / Michaela Heise